Weihnachtsgeschäft Anfang September?

Kaum endet die Sommerpause, werben Restaurants bereits für Weihnachtsfeiern und in den Supermärkten stehen die ersten Lebkuchen. Für viele wirkt das übertrieben. Tatsächlich folgt dahinter jedoch eine einfache Regel: Je länger die Planungs- und Entscheidungsprozesse einer Branche sind, desto früher muss sie sich mit Weihnachten beschäftigen.

 

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob das Weihnachtsgeschäft Anfang September zu früh ist, sondern für wen.

Sep. 2026

Gastronomie, Hotellerie und Eventlocations müssen jetzt aktiv werden 

Unternehmen, die von Weihnachtsfeiern, Adventsveranstaltungen oder Weihnachtsmärkten profitieren, befinden sich bereits mitten in der Hauptbuchungsphase. Beliebte Termine im Dezember sind begrenzt und viele Firmen sichern sich ihre Locations Monate im Voraus. Wer erst im Oktober oder November mit der Vermarktung beginnt, konkurriert oft nur noch um Restbudgets und freie Termine. 

Für Restaurants, Hotels, Eventlocations und Caterer ist August/September deshalb keineswegs zu früh. Hier sollte die Kommunikation bereits laufen und freie Kapazitäten aktiv beworben werden. 

Händler und E-Commerce: Planung jetzt, Kampagnen später 

Im Handel sieht die Situation differenzierter aus. Viele Verbraucher beginnen bereits im Oktober mit der Geschenkesuche und Preisvergleichen. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb um Werbeflächen im vierten Quartal erheblich. Unternehmen profitieren daher davon, Kampagnen, Budgets und Werbemittel schon im Spätsommer vorzubereiten. 

Das bedeutet jedoch nicht, dass bereits im August Weihnachtswerbung ausgespielt werden muss. Sinnvoller ist es, jetzt Zielgruppen, Creatives und Mediapläne vorzubereiten, um ab Oktober sichtbar zu werden. 

Warum Lebkuchen trotzdem schon verkauft werden 

Der frühe Verkaufsstart von Weihnachtsgebäck sorgt jedes Jahr für Diskussionen. Tatsächlich ist die Einführung Ende August beziehungsweise Anfang September seit vielen Jahren üblich. Händler begründen dies mit einer konstanten Nachfrage und entsprechenden Verkaufszahlen bereits im Herbst. Untersuchungen zeigen zudem, dass die stärksten Verkaufsmonate für Weihnachtsgebäck häufig September und Oktober sind und nicht erst der Dezember. 

Für den Lebensmitteleinzelhandel ist die Strategie daher wirtschaftlich nachvollziehbar. Wer saisonale Produkte früher anbietet, verlängert die Verkaufsperiode und erreicht Kunden mit unterschiedlichem Kaufverhalten. 

Welche Branchen noch warten können 

Nicht jedes Unternehmen muss bereits an Weihnachten denken. Lokale Dienstleister, Handwerksbetriebe oder Unternehmen ohne ausgeprägtes Saison-Geschäft gewinnen Anfang September meist wenig durch weihnachtliche Kommunikation. 

Für sie reicht es oft, die Marketingplanung im Herbst aufzusetzen. Entscheidend ist, wann die Zielgruppe tatsächlich beginnt, Kaufentscheidungen zu treffen. Wer keine weihnachtlichen Produkte, Angebote oder Dienstleistungen verkauft, sollte den Fokus lieber auf aktuelle Themen und das laufende Geschäft legen. 

Die richtige Strategie: Vorbereitung ja, Weihnachtsmodus nein 

Der September ist nicht automatisch der Startschuss für Weihnachtswerbung. Aber er ist der ideale Zeitpunkt für Planung. Unternehmen mit langen Vorlaufzeiten, begrenzten Kapazitäten oder starkem Weihnachtsgeschäft sollten bereits heute aktiv werden. Für viele andere reicht es, jetzt die Grundlagen zu schaffen und erst im Herbst sichtbar zu werden. 

Oder anders gesagt: Die Reservierung der Weihnachtsfeier kann im August/September sinnvoll sein. Die Weihnachtskampagne muss deshalb noch lange nicht mit Schneeflocken beginnen. 

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