Voice sells: Deine Stimme als Verkaufsinstrument

Nicht nur im Verkaufsalltag, in allen Bereichen des Lebens ist die Stimme ein wichtiges Instrument, das weit mehr als nur Informationen vermittelt. Wir zeigen dir, wie du deine Stimme richtig als Verkaufsinstrument nutzt.

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Jun. 2022

Wir alle leben von Kommunikation Die Stimme spielt dabei die Schlüsselrolle. Auch in der Geschäftswelt ist der gezielte Einsatz der Stimme nicht zu unterschätzen. Denn nicht selten ist beim Kundenkontakt “die Macht der Stimme” das Zünglein an der Waage. 

Ob bei persönlichen Terminen oder bei der Telefonakquise, im Berufsalltag eines Mediaberaters/einer Mediaberaterin kommt man um den direkten Kundenkontakt nicht herum. Man investiert Tag für Tag viel Mühe und Zeit, um mit einem angemessenen Auftritt punkten zu können. Mit schickem Anzug, neuer Frisur und gepflegtem Äußeren fühlt man sich gleich sicher und selbstbewusst, doch viele vernachlässigen einen sehr wichtigen Aspekt: den Klang der eigenen Stimme. 

Nicht nur im Verkaufsalltag, in allen Bereichen des Lebens ist die Stimme ein wichtiges Instrument, das weit mehr als nur Informationen vermittelt. Durch sie wird Selbstbewusstsein und Kompetenz vermittelt – oder eben das Gegenteil. Besonders wichtig ist der Klang deiner Stimme am Telefon, denn hier kannst du nicht mit Äußerlichkeiten ablenken. 

Wenn du nicht von Haus aus mit einer professionellen Sprechstimme gesegnet bist, ist das kein Grund zur Verstimmung, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. 

Genau wie der Körper im Fitnessstudio, kann auch die Stimme im Alltag trainiert werden. Eine einfache Übung ist, sich einfach einmal selbst mit einem Diktiergerät oder dem Smartphone aufzuzeichnen und selbstkritisch zu überprüfen. Notiere Verbesserungsmöglichkeiten und versuche gezielt daran zu arbeiten, um deinen Sprech-Stil zu optimieren. Achte auf dabei auf folgende Punkte:

Lautstärke 

Eine zu laute Stimme kann für Zuhörer:innen unangenehm sein und dafür sorgen, dass diese sich eingeschüchtert fühlen, abschalten oder sogar aggressiv reagieren. Eine zu leise Stimme könnte unsicher wirken, schüchtern, gehemmt und nicht überzeugend. Das Zuhören wird anstrengend, die Aufmerksamkeit des Gegenübers sinkt stetig. Eine angemessene Lautstärke ist also elementar.

Bist du vor Ort beim Kunden oder stellst den Kollegen ein wichtiges Projekt vor, versuche das wenn möglich im Stehenzu tun. Wer sitzt, neigt dazu, in sich zusammenzufallen und wird automatisch leiser. Ein sicherer, aber bequemer Stand, das Gewicht auf beide Beine verteilt, gibt dir ein positives Körpergefühl, das sich sogleich auf deine Stimme auswirkt.

Sprechgeschwindigkeit

Das richtige Mittelmaß zu finden ist schwer, aber wichtig. Denn ein mittleres Sprechtempo überstrapaziert den Zuhörer/die Zuhörerin nicht und wirkt souverän. Bei zu schnellem Sprechen läuft man Gefahr, Wortendungen zu verschlucken oder sich zu verhaspeln. Zu langsames Sprechen kann hingegen eine einschläfernde und nervenzehrende Wirkung haben.

Eine Methode, um deine Sprechgeschwindigkeit zu steuern, ist das gedankliche Setzen von Punkten. Denkst du dir nach jedem Satz einen Punkt, stoppt das den Redefluss und schafft natürliche Pausen. Mit dieser Technik kannst du deinen Gedanken Schritt für Schritt während des Sprechvorgangs entwickeln und verbalisieren. Das Resultat: Du wählst deine Worte mit mehr Bedacht und dein:e Gesprächspartner:in kann gut folgen. 

Deutlichkeit 

Du merkst das selbst im Gespräch mit anderen: Eine deutliche Aussprache macht das Zuhören viel angenehmer. Je klarer man spricht, desto glaubwürdiger kommt man an. Nuscheln und murmeln erzeugen Skepsis, überdeutliche Aussprache wirkt jedoch schnell unnatürlich und aufgesetzt.

Um die korrekte Aussprache einzelner Laute zu üben, sprich dir selbst laut Zungenbrecher vor. Wenn du dir zum Beispiel „Fischers Fritz fischt frische Fische“ vorsagst, geht es nicht um Schnelligkeit, sondern vor allem um deutliches Sprechen und die korrekte Aussprache der einzelnen Laute. 

Hier noch ein Übungsklassiker der richtigen Lautbildung: Mit einem Korken zwischen den Zähnen einen Text laut vorlesen. Der Korken zwingt dich dazu, dich klarer zu artikulieren und damit deine Aussprache zu optimieren.

Melodie

Hast du den Eindruck, dass du monoton klingst, bzw. bekommst du entsprechende Rückmeldung von Freund:innen oder Kolleg:innen? Eine immer gleiche Sprechstimme führt dazu, dass deine Zuhörer:innen nicht lange folgen können und abschweifen. Die Gründe für monotones Sprechen ist oftmals die veränderte Atmung bei Nervosität oder Anspannung. 

In Stresssituationen atmest du in den Brustkorb, hebst dabei die Schultern und spannst die Halsmuskeln an. Das drückt auf die fürs Sprechen wichtigsten Organe, Kehlkopf und Luftröhre, und es entsteht eine hektische, sogenannte Hochatmung. Richtige Atmung geht in den Bauch. Teste es selbst: Lege beim Einatmen deine Hand auf den Bauch, machst du es richtig, dehnt sich der Bauch nach außen hin und wird „dicker“.

Füllwörter 

Verwendest du oft Füllwörter wie “eigentlich“ oder “irgendwie“? Das lenkt dein Gegenüber nur von deiner eigentlichen Botschaft ab und vermittelt Unsicherheit. Eine kurze Stille ist hingegen nicht schlimm und kann sogar als rhetorisches Mittel eingesetzt werden, um Bedeutung zu betonen.

 

Tipp: Aufwärmphase!

Beim Sprechen gilt das Gleiche wie beim Sport: Vorher immer aufwärmen! Lockere zunächst deinen Kiefer, das spielt eine große Rolle für klare Aussprache. Hilfreich ist dabei oft ein Kaugummi, denn beim Kauen werden die gleichen Muskeln beansprucht, wie beim Sprechen. Auch Grimassen ziehen und das Herausstrecken der Zunge lockert wichtige Muskeln. Ausgiebiges Gähnen kann dir ebenfalls dabei helfen, deine Muskeln im Hals- und Kopfbereich zu entspannen. 

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