Und tschüss! Ungewünschte Konversationen elegant beenden

Sechs Tipps, wie du dich aus dem Gespräch stiehlst, ohne jemandem auf den Schlips zu treten.

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Nov. 2022

Wenn es um Smalltalk geht, finden einige schon den Einstieg enorm schwer: auf einen fremden Menschen zugehen, ihn ansprechen, einen intelligenten aber harmlosen Dialog beginnen – für viele eine furchtbare Vorstellung! Was aber, wenn du diese Hürde genommen hast, nur um herauszufinden, dass dein Gegenüber der falsche Ansprechpartner ist? Oder schlimmer noch: Du merkst, dass zwischen euch die Chemie überhaupt nicht stimmt und die Situation mit jedem weiteren gewechselten Wort nur noch schlimmer wird?

In einer solchen Konversation elegant den Notausgang zu finden, ist zuweilen schwerer als ein sinniger Einstieg. Entweder, weil viele versuchen höflich zu bleiben, es an Gesprächsalternativen fehlt oder sie schlicht Angst vor den Konsequenzen haben: Schließlich könnte der andere den sermon interruptus persönlich und übel nehmen. Außerdem begegnet man sich stets zweimal im Leben.

Hier ist etwas Feingefühl gefragt, damit du niemandem auf den Schlips trittst. Versuch es doch mal mit unseren 6 Tipps für gewandtere Ausstiege.

 

1. Entschuldigen

Die einfachste Methode ist noch immer die beste: Zieh dich mit der Entschuldigung, dass du gerne auch noch mit anderen Gästen plaudern würdest, aus der Affäre. Natürlich nicht gleich nach den ersten 30 Sekunden.

Ein, zwei Takte solltest du mit deinem Gegenüber schon sprechen. Wichtig ist nur: Verzichte auf jedwede Begründung. Die wirkt immer wie ein Schuldbekenntnis. Besser: Nenne einen konkreten Namen mit wem du noch reden willst und frag dein Gegenüber, ob er/sie die Person heute schon irgendwo gesehen hat oder weiß wo diese sich aufhält.

 

2. Versprechen

Wenn du nicht möchtest, dass dein Abgang allzu abrupt ausfällt, kannst du demjenigen auch ein Versprechen geben, etwa: "Ich würde mich freuen, wenn wir in Kontakt blieben. Wenn Sie mir Ihre Karte geben, melde ich mich bei Ihnen?"

Natürlich solltest du das dann auch tun. Andernfalls bist du wortbrüchig und dein Gegenüber wird die Geste im Nachhinein (zurecht) als Abbügelei interpretieren. Die Alternative ist, dem anderen deine Karte zu geben und ihm vorzuschlagen, er möge sich melden. Im Zweifel hast du später eben gerade keine Zeit.

 

3. Vorstellen

Noch eleganter kannst du dich aus dem Gespräch stehlen, indem du deinem Gegenüber einen alternativen Gesprächspartner vorstellst und beide miteinander bekannt machst. Charmanterweise ist das nicht irgendwer (sonst wird der sich anschließend bei dir bedanken), sondern jemand, von dem du glaubst (oder weißt), dass er mit deinem bisherigen Gesprächsgenossen harmoniert. Womöglich, weil beide ein gemeinsames Interesse haben.

 

4. Thema wechseln

Wechsle das Thema! Und zwar möglichst hörbar zu einem Inhalt, der deine Nachbarn interessieren könnte. Wenn du Glück hast, beteiligen sich an dem Gespräch schon bald Leute in deiner Nähe, denen du sich daraufhin intensiver widmen kannst.

 

5. Retten

Für verzweifelte Schauspieltalente eignet sich die Methode Überraschungsgast: Merke unvermittelt auf und stelle auf dramaturgisch hohem Niveau fest, dass gerade jemand gekommen ist, mit dem du unbedingt sprechen musst – "eine wirklich wichtige Sache". Bitte um Verständnis und weg bist du. Nicht gerade eine 1,0 in Sachen Höflichkeit, aber wenigstens ein guter Grund.

 

6. Zirkulieren

Wenn nichts davon klappt, hilft entwaffnende Ehrlichkeit. Solltest du an einen Zeitgenossen mit Maulsperre geraten, dann suche nicht länger Worte, sondern das Weite. Proste ihm zu und sage zum Beispiel: "Ich glaube, es wird von uns erwartet, dass wir auf dieser Party zirkulieren." Und tschüss!

 

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