Datenschutz einfach erklärt

Was Datenschutz eigentlich ist, warum er so wichtig ist und welche Konsequenzen Verstöße gegen die gesetzlichen Regelungen haben können, verraten wir dir in diesem Artikel.

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Jun. 2022

“Wir alle leben heute in einer Welt, die sich digital rasant weiterentwickelt. Bei all den neuen Online-Tools und Cloudlösungen sowie der Nutzung von Social-Media-Diensten tun Sender, Vermarkter und ihre Vertriebsmitarbeiter gut daran, frühzeitig darauf zu schauen, wo die Anbieter dieser Lösungen sitzen, ob diese korrekte Datenschutzerklärungen haben und die Datenübertragung dorthin zulässig ist. Auch auf die Datensicherheit und eine etwaigen Datenrückholung oder -wiederbeschaffung sollte bei der Auswahl der digitalen Plattformen großes Augenmerk gelegt werden.”


Welche Datenschutz-Trends Vertriebsmitarbeiter:innen im Auge behalten sollten und viele weitere spannende Fragen zum Thema Datenschutz für Mediaberater:innen, kannst du in unserem Interview mit dem Datenschutzbeauftragten Christian Volkmer nachlesen.

Jeder von uns erzeugt Daten. Ob beim Posten auf Instagram, Sneaker shoppen im Internet oder beim Bezahlen an der Supermarktkasse. Heutzutage ist es nahezu unmöglich, sich anonym und ohne das Hinterlassen von Daten in unserer digitalisierten Welt zu bewegen. Kein Wunder, dass der Begriff Datenschutz in aller Munde ist.

Was Datenschutz eigentlich ist, warum er so wichtig ist und welche Konsequenzen Verstöße gegen die gesetzlichen Regelungen haben können, verraten wir dir in diesem Artikel.

Was ist Datenschutz eigentlich? 

Im Allgemeinen beschreibt der Begriff Datenschutz den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch und den Schutz der Rechte und Freiheiten von betroffenen Personen. Aber was genau sind personenbezogene Daten eigentlich? Bei personenbezogenen Daten handelt es sich um persönliche Daten und Informationen, die eine natürliche Person identifizierbar machen. Alle Menschen, deren persönliche Daten verarbeitet werden, bezeichnet die Datenschutz-Grundverordnung als Betroffene.

Die Hauptaufgabe des Datenschutzes besteht darin, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu sichern. Etwas einfacher ausgedrückt bedeutet das, dass jeder Mensch selbst entscheiden kann, wem er welche persönlichen Informationen über sich preisgibt.

Warum ist der Datenschutz so wichtig?

Tagtäglich werden im Zuge der weltweiten Digitalisierung und Vernetzung Milliarden an Datensätzen übertragen und verarbeitet. Wir hinterlassen unseren digitalen Fingerabdruck in den sozialen Netzwerken, beim Chatten mit Freunden, Online Shopping, beim Streamen unserer Lieblingsserie und beim bargeldlosen Bezahlen im Supermarkt. Unsere personenbezogenen Daten werden zu jeder Sekunde von Unternehmen, Organisationen oder Behörden verarbeitet.

Dabei ist es nur naheliegend, dass wir meist selbst nicht mal mehr wissen, welche unserer Daten wo gespeichert werden. Kein Wunder also, dass der Datenschutz und damit der Schutz unserer persönlichen Informationen enorm an Bedeutung gewinnt. Darin liegt schlussendlich auch der Sinn und Zweck des Datenschutzes. Gäbe es keinen gesetzlich geregelten Datenschutz, hätte jede beliebige Person und damit jedes Unternehmen Zugriff auf unsere persönlichen Daten.

Aus diesem Grund hängt der Datenschutz auch eng mit dem EU-Verbraucherschutz zusammen. Um die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu schützen, sollen durch einheitliche Regelungen die Menge an verarbeiteten Daten minimiert werden. In der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist dieser Grundsatz des “Verbots mit Erlaubnisvorbehalt” verankert. Das bedeutet konkret: Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist grundsätzlich verboten, es sei denn, es liegt eine ausdrückliche Erlaubnis zur Verarbeitung vor. Diese kann sich beispielsweise aus einem Gesetz oder der Einwilligung des Betroffenen ergeben.

Gesetzliche Grundlagen zum Datenschutz

In Deutschland ist der Datenschutz im Bundesdatenschutzgesetz und in der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung verankert. Seit 2018 regelt die DSGVO den Datenschutz in Europa, um ein einheitliches, sowie angemessenes Niveau an Datenschutz in allen Mitgliedstaaten zu gewährleisten. 

Im Wesentlichen gibt es in Deutschland drei Regelungen, die zum Schutz personenbezogener Daten herangezogen werden. Zum einen ist das die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die sogenannte ePrivacy-Verordnung. Wichtig ist, dass neben der DSGVO und dem BDSG auch Gesetze auf Landesebene greifen. Das heißt, dass jedes deutsche Bundesland zusätzlich über individuelle Gesetze zum Schutz personenbezogener Daten verfügt.

Überwacht wird die Einhaltung des Datenschutzes auf Bundesebene vom Bundesbeauftragten, in den Bundesländern vom Landesbeauftragten für Datenschutz. Nicht-staatliche Unternehmen werden von den Datenschutzbehörden für den nicht-öffentlichen Bereich überprüft.

Was droht bei einem Verstoß?

Bei Verstößen gegen den Datenschutz drohen den verantwortlichen Personen und Unternehmen nicht nur hohe Geldbußen, die bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres betragen können, sondern auch enorme Imageschäden. Bei vorsätzlichem Handeln gegen die Regelungen der DSGVO können sogar Freiheitsstrafen verhängt werden. Zusätzlich können Betroffene, deren Rechte durch Nichteinhaltung des Datenschutzes eingeschränkt werden, Schadensersatzforderungen einreichen, die zu noch höheren Kosten für das verantwortliche Unternehmen führen können.

Positiver Effekt dieser Konsequenzen ist es, dass Unternehmen immer mehr Aufmerksamkeit, Arbeit und Zeit in die Einhaltung des Datenschutzes investieren und somit nicht nur sich selbst, sondern vor allem die Daten ihrer Kund:innen schützen.

Unterschied Datenschutz und Datensicherheit

Die zwei Begriffe Datenschutz und Datensicherheit werden oft fälschlicherweise gleichgesetzt. Aber wo liegt jetzt der Unterschied? Wie bereits oben erwähnt, bedeutet Datenschutz einfach erklärt den Schutz personenbezogener Daten und der Rechte und Freiheiten natürlicher Personen. 

Datensicherheit hingegen, bezieht sich auf den Schutz von Daten im Allgemeinen. Dabei muss es sich übrigens nicht zwangsläufig um personenbezogene Daten handeln. Ziel der Datensicherheit ist es, Daten vor Missbrauch, Diebstahl oder Verlust zu schützen und zu sichern. Hierbei greift die Datensicherheit auf technische Maßnahmen zurück, die die Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Daten sichern sollen. Das können beispielsweise Maßnahmen wie die Verschlüsselung der Daten sein oder die Einrichtung eines Virenschutzes für IT-Systeme.

Fazit

Unsere Daten sind die Währung der Zukunft. Umso mehr gilt es, diese Daten zu schützen. Der Datenschutz verhindert nicht nur den Missbrauch unserer personenbezogenen Daten, sondern macht Unternehmen auch verstärkt darauf aufmerksam, wie wichtig der sichere Umgang mit den Daten ihrer Kund:innen ist. Auch weiterhin muss jeder Mensch das Recht haben dürfen, selbst zu entscheiden, wem er welche persönlichen Informationen über sich preisgibt.


Bei weiteren Fragen rund um das Thema Datenschutz kannst du gerne Kontakt zu uns aufnehmen – wir beraten und unterstützen dich gerne! Für mehr Informationen wende dich einfach an info(at)broadcast-future.de

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