6 Radiospot-Mythen: Wie du deine Kund:innen aufklären kannst

Du weißt, wie Radio funktioniert und was einen guten Spot ausmacht – Deine Kund:innen nicht immer. Gerade bei Erstbuchungen ranken sich noch verschiedene Mythen um Radiospots als Werbeform, die du bei einem Gespräch mit folgenden Argumenten entkräften kannst.

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Mai. 2022

1. „Nur die Prime Time bringt Hörer:innen.“

Ja und nein: Es kommt ganz auf die Zielgruppe deiner Werbekund:innen an. Eine breite Auffächerung muss nicht immer für Streuverlust sorgen, solange die Zielgruppe nicht ausschließlich zur Drive-Time unterwegs ist oder nur Radio am Frühstückstisch hört.

Wegen Corona müssen deine Kund:innen außerdem bedenken, dass sich Lebens- und Hörgewohnheiten der Radionutzer:innen in den letzten zwei Jahren stark verändert haben: Noch immer haben manche Personen wegen der Arbeit im Home-Office keine Drive-Time mehr, sondern können morgens von Zuhause sogar länger hören, oder haben auch tagsüber ihren Lieblingssender öfter laufen, als vorher.

Mache hier deutlich, dass es für jeden Anlass und jede Zielgruppe passende Sendezeiten-Aufteilungen gibt, die nicht nur auf die Drive-Time beschränkt sein müssen.

2. „Je länger mein Spot, desto besser.“

Eigentlich eine unschlagbare Logik: Je mehr Sekunden ein Spot im Werbeblock einnimmt, desto besser müsste er doch im Gedächtnis der Hörer:innen bleiben, oder? Ein Trugschluss, da Radio als Parallel-Medium nicht die stets ungeteilte Aufmerksamkeit erhält.

Eine Spotlänge von z.B. 40 Sekunden ist nicht nur unüblich, sondern auch unpraktisch: Kann man doch durch eine Beschränkung auf 20 Sekunden den Spot doppelt so oft zu verschiedenen Zeiten senden. So lassen sich größere Zeitabschnitte abdecken und insgesamt mehr wertvolle Kontakte erzielen, als mit einer Langversion.

3. „Ich möchte 4 verschiedene Anlässe bewerben.“

Wer in Radiowerbung investiert, möchte auch das Meiste herausholen und die Gelegenheit nutzen. Manche deiner Kund:innen neigen hier dazu, die altbekannte „eierlegende Wollmilchsau“ zu ersinnen:

Ein Spot, der sowohl den verkaufsoffenen Sonntag bewirbt, außerdem die neuen Öffnungszeiten und am Ende noch einen Aufruf an mögliche Bewerber:innen, da das Personal aufgestockt werden soll.

Wenn überhaupt, bleibt pro Hörer:in mit Glück eine Botschaft hängen, während die anderen Themen untergehen. Schade, denn so geht vielleicht gerade die Information verloren, die einen bestimmten Teil der Zielgruppe besonders angesprochen hätte.

Mit der Faustregel „Ein Spot = eine Botschaft“ sind deine Kund:innen besser beraten. Gibt es  eine wichtige Zusatzinformation, kann diese beispielsweise in einem Reminder Platz finden.

Gibt es tatsächlich den Wunsch, verschiedene Themen in einer Radiokampagne unterzubringen, bieten sich Rahmen-Spots mit wechselnden Inlays an, wobei die verschiedenen Spots anschließend rollierend gesendet werden können.

4. „Mit bekannter Musik kommt der Spot besser an.“

Ein Hit aus den aktuellen Charts, das sorgt doch für richtig viel Aufmerksamkeit, oder? Generell ja, doch sollten deine Werbekund:innen den Kostenfaktor im Blick behalten und sich genau überlegen, ob ihnen das wesentlich höhere Budget wirklich einen entscheidenden Vorteil bringt.

Hits aus den Charts kennt man in Radiospots vor allem von internationalen Big Playern, jedoch haben solche Unternehmen auch immer eine ganze Rechtsabteilung, die sich mit Lizensierung, Nutzungsrechten und Abgaben genau auseinandersetzen kann – ganz zu schweigen vom höheren Werbebudget.

Moderne, ansprechende Archiv-Musik-Tracks im Stil einer bestimmten Musikrichtung stehen vielen bekannten Titeln hier in nichts nach, auch wenn sie nicht von bekannten Chart-Künstler:innen stammen.

5. „Am besten laut und schrill, das schafft Aufmerksamkeit.“

Laut, lauter, Radiowerbung – das war einmal, ist jedoch längst nicht mehr zeitgemäß. Ein Spot bekommt im Werbeblock nicht zwingend mehr Aufmerksamkeit, weil er laut und überdreht daher kommt.

Viel wichtiger sind zielgruppengerechte Ansprache, Emotionen, Storytelling und Stilmittel wie gelungene Dialoge oder Testimonials. Kreativität kann sich auf so viele verschiedene Arten zeigen und weitaus charmanter für einen Hinhörer-Effekt sorgen, als reine Lautstärke.

6. „Eine bekannte Promi-Stimme ist ein Muss.“

Bekannte Synchronstimmen sind ein echter Hinhörer: Auch, wenn Hörer:innen sie nicht sofort den entsprechenden Hollywood-Schauspieler:innen zuordnen können, kommen sie ihnen trotzdem gleich bekannt vor.

Ein schöner Effekt, der für Aufmerksamkeit sorgt – aber kein Muss für einen gelungenen Spot und kein Faktor für den Erfolg einer Audio-Kampagne. Auch hier sollten deine Werbekund:innen den Nutzen die Kosten gegenüber halten, die bei einem gefragten Synchron-Talent natürlich höher ausfallen, als bei professionellen Sprecher:innen ohne Promi-Faktor.

 

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