Post von Henry

April 2013

Die Regensaison in Nyaru Menteng startete diesmal schon im Oktober. Viele Orang-Utans wurden krank, leider auch Henry. Nach mehreren Tagen hohen Fiebers wurde Henry zur Isolationsstation der Klinik gebracht. Dort nahm ein Arzt eine Blutprobe von ihm, um die UrBild von Henrysache seines anhaltendes Fiebers zu diagnostizieren.Das Ergebnis zeigte, dass er Malaria hatte. Zum Glück erholte sich Henry nach einer intensiven Pflege auf der Isolierungsstation und kann jetzt wieder gemeinsam mit seinen Freunden an der Waldschule teilnehmen.Fio, Mawas, Pandaran und Trexi waren sehr glücklich ihren ”kleinen Bruder” wiederzusehen.

Henry hatte nach dem Klinikaufenthalt anfangs ein bisschen Angst zur Schule zu gehen, war aber nach kürzester Zeit wieder glücklich. Gleich bei der Ankunft in der Schule warteten Henry und seine Freunde ungeduldig auf die Babysitter, die Milch und schmackhafte Waldfrüchte verteilten. Nach dem Snack kletterte Henry auf einen Baum, schwang von Ast zu Ast und warf aus Spaß trockene Zweige nach seinen Freunden. Eine Gruppe mit älteren Orang-Utans näherte sich. Fio und Trexi waren auch in dieser Gruppe. Sie kamen auf Henry zu und zeigten ihm einen Platz, wo viele ”Rosa Myrtle” (Rhodomyrtus tomentosa), vor Ort als Karamunting-Pflanze bekannt, wuchsen. Die in der Regenzeit reichlich vorkommenden Früchte sind grün bis bräunlich-rot und werden schwarz, wenn sie reif sind.

Die Frucht fördert die Erhöhung des Hämoglobin-Werts und hilft gegen Müdigkeit. Dank Fio und Trexi erhielt Henry eine neue Lektion über diese leckere Frucht, die außerdem noch gesund ist. Henry ist zu einem aktiven und selbstständigen Orang-Utan-Männchen herangewachsen, da er alles frisst, was er an Früchten im Wald findet und von den Babysittern bekommt. Auch wenn einige seiner Freunde krank werden, bleibt Henry nun dank seines aktiven Lebensstils und nahrhaften Fressens, wie der „Rosa Myrtle“, gesund.

Unter seinen gleichaltrigen Freunden genießt Henry viel Anerkennung. Er kann sich allein Nahrung suchen und weiß auch, wie er sich vor natürlichen Feinden zu schützen hat.

An einem Nachmittag sollten die Orang-Utans in der Waldschule lernen, wie sie sich vor Schlangenangriffen verteidigen müsBild von Henrysen. Die Babysitter wollten dafür eine Spielzeugschlange einsetzen. Leise näherten sich die Babysitter Henry, Fio, Trexi und Pandura, die gerade genüsslich ihren Früchtesnack fraßen. Plötzlich warf ein Babysitter die Spielzeugschlange zu Henry. Er fing an zu schreien und stürzte sich auf einem nahegelegenen Baum, gefolgt von Fio und Trexi. Pandura hingegen lief in die entgegengesetzte Richtung von den Babysittern fort. Dieses Experiment hat gezeigt, dass sich die Orang-Utans bei einer Schlangenbedrohung richtig verhalten.