Öffentlicher Artikel

Künstliche Intelligenz und Natural Language Processing – schädlich fürs Radio?

Künstliche Intelligenz – ein Begriff, der vielen Menschen Angst einflößt. Lässt er doch vermuten, dass Computer oder Roboter den Menschen ersetzen sollen. Werden Radiomoderator:innen ihren Arbeitsplatz verlieren, weil Computersoftware ihren Platz einnimmt?
22. Dezember '21 | von Redaktion
Freepik © Freepik
Zur Beantwortung dieser Frage sind drei Punkte zu klären:

 

Was ist künstliche Intelligenz und wie funktioniert sie?

 

Als Künstliche Intelligenz (kurz: KI) bezeichnen wir die Fähigkeit von Maschinen, logisches Denken oder Kreativität zu imitieren. Durch Verarbeitung empfangener Daten wird ein Computer in die Lage versetzt Probleme zu lösen. Die Daten finden sich zu diesem Zweck in Tabellenform oder Text wieder, können aber auch als Bild oder Sprache vorliegen. Ein Unterbereich der KI ist das „Maschinelle Lernen“ (ML): Folgen früherer Aktionen werden in künstlichen neuronalen Netzen (Abstraktionsmodelle menschlicher Gehirne aus künstlichen Eingangs-, Zwischen- und Ausgangsneuronen) analysiert und deren Informationen gewichtet, um anschließend durch programmierte Regeln angepasst zu werden. Diese Algorithmen erkennen Muster und lassen danach handeln.

 

Ein Bereich des Maschinellen Lernens (ML) ist wiederum das Natural Language Processing (NLP). Vom NLP profitiert beispielsweise Alexa: Text wird in Phoneme zerlegt, Handeln angepasst und eine Reaktion künstlich wiedergegeben. Dies ließe sich auf Audioproduktionen übertragen: Für eine Moderation „leiht“ ein:e Moderator:in seine/ihre Stimme, anschließend werden seine/ihre Worte analysiert und zerlegt, um dann digital wieder zusammengesetzt zu werden.

Wo wird künstliche Intelligenz bereits erfolgreich eingesetzt?
 

Bekannte Beispiele des erfolgreichen Einsatzes bieten die sogenannten Sprachassistenten wie Siri oder Alexa, aber auch Erklärvideos. Im visuellen Bereich findet sich KI in Bildanalysesoftware und Gesichtserkennungssystemen. Auch Kaufvorschläge in Onlineshops, Suchmaschinen oder das Autonome Fahren basieren auf KI. Sogar bei der Analyse sozialer Medien hilft Künstliche Intelligenz. So wird zu Marketingzwecken Scoring Software wie CisionPoint eingesetzt, mit deren Hilfe Influencer mit der Wunschzielgruppe des Kunden verglichen werden.

 

Wo wird künstliche Intelligenz bereits erfolgreich eingesetzt? Bekannte Beispiele des erfolgreichen Einsatzes bieten die sogenannten Sprachassistenten wie Siri oder Alexa, aber auch Erklärvideos. Im visuellen Bereich findet sich KI in Bildanalysesoftware und Gesichtserkennungssystemen. Auch Kaufvorschläge in Onlineshops, Suchmaschinen oder das Autonome Fahren basieren auf KI. Sogar bei der Analyse sozialer Medien hilft Künstliche Intelligenz. So wird zu Marketingzwecken Scoring Software wie CisionPoint eingesetzt, mit deren Hilfe Influencer mit der Wunschzielgruppe des Kunden verglichen werden.

 

Alle gemeinsam haben Vorteile: Menschliche Fehler werden vermieden und Abläufe vereinfacht. Das bei größeren Radiostationen beliebte SAP-Portfolio fasst inzwischen mit SAP Leonardo die Themenbereiche Big Data, Design Thinking, Blockchain, Internet of Things, Analytics, Machine Learning und Data Intelligence zusammen.

Wird künstliche Intelligenz Moderator:innen ersetzen? 

 

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen stoßen bei der selbständigen Entwicklung kreativer Ideen noch schnell an Grenzen. Beim Natural Language Processing ist dies nicht anders, denn Texte müssen nach wie vor vorgegeben werden. Zwar gibt es bereits von Computern verfasste literarische Texte und in Prag wurde gar ein nicht von Menschen verfasstes Theaterstück aufgeführt. Daniela Honigmann von Radio Prag International hat sich mit der Thematik befasst und meint:

 

"Wie das Projekt ‚Digital Writer‘ vom Tschechischen Rundfunk zeigt, kann Künstliche Intelligenz bereits einen unterhaltsamen Beitrag zur Erstellung von Radioinhalten leisten. Ersetzen kann sie die Arbeit eines menschlichen Autors oder Redakteurs aber (noch) nicht. Mir sind algorithmusbasierte Texte immer noch fremd – künstlich eben. Sie haben oft etwas Mechanisches an sich. Es fehlt für mich die Emotion und das Feuer, das im menschlichen Schriftsteller brennt. Allerdings wurden alle Texte durch hervorragende Schauspieler gut zum Leben erweckt. Was für mich bestätigt: Mit den Menschen wird Radio erst lebendig. "

 

Spracherkennung wird – ähnlich dem Voicetracking – zu Sprachgestaltung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

 

 

 

 

 

Diesen Artikel bewerten:
Ihre Bewertung wird bearbeitet...
Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet. Seien Sie der/die Erste!
Wählen Sie eine Anzahl an Bewertungssternen, die Sie diesem Artikel verleihen möchten.
Weitere Artikel zum Thema:
03.05.2021
Kein Bild verfügbar

Die Märzzahlen vom Werbemarkt sorgen in der Radiobranche nach längerer Zeit der Depression endlich wieder für einen kleinen Stimmungsaufheller. Dies geht aus dem gerade veröffentlichen Report von The Nielsen Company (Germany) hervor. mehr »

31.10.2019
Kein Bild verfügbar

Sie ist federleicht, gerade einmal 5 cm breit und macht doch so viel Freude. mehr »

19.08.2016
Kein Bild verfügbar

Das Institut IMAS International kürt die werbewirksamsten Hörfunkspots. Wer diesmal an der Spitze steht, erfahren Sie hier. mehr »

Jetzt kostenlos und unverbindlich testen

"Besonders hilfreich finde ich die Checklisten, da Sie mir im Berufsalltag immer wieder weiterhelfen. Auch die Best Practice-Artikel finde ich sehr interessant, da ich dadurch das Rad nicht immer wieder neu erfinden muss, sondern mich von der Auflistung möglicher Sonderwerbeformen inspirieren lassen kann." 

Marketingassistent ams - Radio und MediaSolutions
Tobias Poos