Interview

Projekt "TeamRadio" - Interview mit Alexander Zeitelhack

Das Projekt bietet eine Plattform mit hilfreichen Tipps und Tricks, die dem Ideen- und Wissensaustausch dienen. Hierzu gibt es ein wöchentliches Meeting über Zoom, immer freitags um 13.00 Uhr für eine Stunde, wo immer wieder auch Gastredner, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten, vortragen.
29. Mai '20 | von Redaktion
© Frank Peters - fotolia.com
Um was geht es beim Projekt Team Radio?

Es sollen Fragen dazu beantwortet werden, wie mit Kunden und der Krise in Zeiten des Corona-Virus umgegangen werden kann. Denn was ist zu tun, wenn ein Kunde seinen Auftrag storniert und ist es dann überhaupt noch möglich eine weitere Leistung zu verkaufen? So geht es vielen Mediaberatern. Deshalb soll eine Antwort darauf gegeben werden, wie diese neuartige Kundenbeziehung behandelt werden soll.

Das Projekt zielt darauf ab eine solidarische Gemeinschaft zu bilden. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.zeitelhack.com/teamradio/.

Das Projekt bietet eine Plattform mit hilfreichen Tipps und Tricks, die dem Ideen- und Wissensaustausch dienen. Hierzu gibt es ein wöchentliches Meeting über Zoom, immer freitags um 13.00 Uhr für eine Stunde, wo immer wieder auch Gastredner, die von ihren eigenen Erfahrungen berichten, vortragen.

Außerdem wurde ein Slack Channel eingerichtet, der in verschiedene Themenbereiche, wie Artikel aus der Fachbranche, Studien und Umfragen, Ideen und allgemeine Informationen, unterteilt ist, wo sich die einzelnen Sender gegenseitig gut unterstützen und austauschen können.

Wo sehen Sie Chancen und Risiken für die Radiobranche?

Ein großes Risiko oder Problem bestand zu Beginn aus den hohen Stornoquoten. Die Kunden haben nämlich zuerst beim Radio angerufen, da es hier deutlich leichter war als beispielsweise im Fernsehen oder Print, die um einiges härter auf die Vertragserfüllung bestanden, zu stornieren. Das liegt daran, dass beim Radio deutlich kunden- und serviceorientierter gearbeitet wird. Das hat natürlich dazu geführt hat, dass es sehr schnell zu Umsatzeinbrüchen in der Radiobranche kam. Jedoch hat sich hierdurch der Vorteil ergeben, dass die Kunden auch hinsichtlich der Kundenbeziehung dem Radio gegenüber deutlich gewogener sind.

Außerdem hat sich die Prime-Time im Radio von 7.00 bis 8.00 Uhr auf 9.00 bis 12.00 verschoben. Das führt dazu, dass man im Home Office ganz andere Reichweiten erzielen kann, viel mehr Nähe aufbauen und eine höhere emotionale Wirkung bei den Hörern aufbauen kann.

Die Corona Krise ist ein einschneidendes Ereignis. Alle haben entweder Angst um ihr Leben oder ihren Job, oder sogar um beides. Das führt dazu, dass diese Problemstellung adressiert und in einem offenen Dialog angesprochen werden muss. Es reichen nicht mehr billige Verkaufssprüche aus, um etwas zu verkaufen, sondern es bedarf einer Geradlinigkeit im Umgang mit dem Kunden. Mediaberater, die eben das umsetzen, haben viel Erfolg derzeit.

Was können Sie den “Neulingen” in der Medienbranche mit auf den Weg geben?

Man sollte keine Zweifel in schwierigen Zeiten haben. Es bedarf der Klarheit und der Orientierung. Orientierung bedeutet eine Richtung vorzugeben und Klarheit bedeutet Klarheit in der Entscheidungsfindung zu haben. Als Mediaberater müssen wir unseren Kunden klarmachen, dass er ebenso seinen Konsumenten klar Orientierung geben soll, was diese zu tun haben. Hierbei geht es um die Themen Freizeitgestaltung, Sicherheit und Vertrauen, Gesundheit und Familie. Als Mediaberater muss man seinem Kunden klarmachen, dass in der Krise Marktanteile neu verteilt werden und, dass man gerade jetzt den Konsumenten seine Vorteile und Stärken durch direkte und indirekt Kommunikation mitteilen muss, was durch das Medium Radio am schnellsten möglich ist.

Was sind ihre Zukunftsaussichten für die Zeit nach der Krise?

Neben den veränderten Kundenbeziehungen wird sich auch das Verhältnis zum Arbeitgeber ändern. Auf der einen Seite gibt es Sender bei denen Solidarität, Führung und Leadership in diesen Zeiten einen hohen Stellenwert einnehmen und andere bei denen das eben nicht so ist. Da wird sich nach der Krise zeigen, ob es gelingt die Mitarbeiter weiter ans Unternehmen zu binden oder nicht. Es ist schwer gute Verkäufer zu kriegen, der Markt für Mediaberater ist außerdem auch sehr schwierig. Ziel muss es also in Zukunft sein eine Umstrukturierung der Organisationen hinsichtlich Unternehmenskultur und Management einzuleiten. Videokonferenzen bieten außerdem neue Möglichkeiten der engeren Kundenkommunikation. Es wird wohl häufigere Kundenkontakte geben, die aber weniger lange dauern. So lässt sich insgesamt viel Zeit sparen, da man sich zwischendurch auch leichter abstimmen kann. Durch Screen-Sharing und Videokommunikation ist die Feinabstimmung sehr viel einfacher geworden. Alles in allem werden wir gestärkt aus der Krise hervorgehen.

 

Wir bedanken uns für das tolle Gespräch mit Herrn Zeitelhack.

 

Hier geht es zum Slack Channel:

https://join.slack.com/t/teamradioworkspace/shared_invite/zt-e2io7q7n-FiVWOWVawnlYgMmLY8AvKw

Hier geht es zum Zoom-Meeting:

https://zoom.us/j/467070967?pwd=cWg3MUVPMkNPRG82SnZRRTNtVUdDUT09

Hier nochmal die Webseite mit weiteren Informationen zum Projekt:

https://www.zeitelhack.com/teamradio/

 

 

 

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