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Erfolgreicher Test mit Digitalradio im Kabel-Fachgespräch in Bayreuth zeigt Alternative für Nutzer und Netzbetreiber

„Radio soll auch in der digitalen Welt genauso einfach ins Kabel kommen und vom Hörer genutzt werden können wie bis dato UKW“
11. Februar '19 | von Redaktion

DAB+-Empfang via Kabel ist eine Alternative mit vielen Vorteilen für Kabelkunden sowie kleinere und mittelständische Netzbetreiber. Das haben erfolgreiche Feldversuche in Bayern gezeigt, die gestern bei einem Fachgespräch in Bayreuth mit Geräteherstellern, Netzbetreibern Sendervertretern und Fachjournalisten diskutiert wurden.

 

Nach der Digitalisierung des Breitbandkabels, die in Bayern seit Ende 2018 abgeschlossen ist, kann Radio in vielen Kabelanlagen nur noch über einen DVB-C-Receiver empfangen werden. Um eine nutzerfreund­liche Alternative für den Radioempfang via Kabel zu finden, hat sich eine Arbeitsgruppe aus der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), dem Bayerischen Rundfunk (BR), Bayern Digital Radio (BDR), Technikdienstleister TMT sowie den Netzbetreibern Kabel Baumann und M-net gebildet und ein Whitepaper entwickelt.

 

Das zeigt Lösungen auf, wie DAB+-Radioprogramme aus verschiedenen Signalquellen aufbereitet und in neuen Multiplexen für die Kabeleinspeisung zusammengestellt werden können. Kabelkunden brauchen lediglich ein handelsübliches Digitalradiogerät mit Antenneneingang für den Empfang.

 

Bei der Live-Demo von Kabel Baumann/TMT gestern wurden bis zu 25 Digitalradioprogramme in den Kabelkanal 13B eingespeist. Wenn fünf Multiplexe mit jeweils 25 bundesweiten, landesweiten und regionalen DAB+-Programmen zum Einsatz kommen, könnten via Kabel und Digitalradiogerät mit Antenneneingang also 125 Radiosender empfangen werden. Eine Lösung, die gerade in stark abgeschirmten Bereichen wie im Keller den Vorteil einer besseren Signalqualität liefert.

 

„Radio soll auch in der digitalen Welt genauso einfach ins Kabel kommen und vom Hörer genutzt werden können wie bis dato UKW“, beschrieb Reiner Müller, BLM-Bereichsleiter Technik, das Ziel des Projektes „DAB+ im Kabel“. In seiner Einführung hatte er zuvor den aktuellen Stand der DAB+-Verbreitung in Europa, Deutschland und Bayern erläutert. Danach stehen in Bayern bis Mitte 2019 alle privaten und öffentlich-rechtlichen Hörfunkangebote in insgesamt neun regionalen DAB+-Netzen terrestrisch zur Verfügung.

 

Dieses Mehr an Radioprogrammen in besserer Qualität nun auch im Kabel zu verwirklichen und damit „Radiohören so einfach wie möglich zu machen“, sieht auch Martin Hafner vom Bayerischen Rundfunk als wichtigste Vorteile für die Nutzer. „Der Weg zu DAB ist unumkehrbar.“

 

Mit dem gemeinsamen Netzausbau für den terrestrischen Empfang und dem Einsatz für DAB+ im Kabel hätten BR und BLM auf das richtige Pferd gesetzt. BDR-Geschäftsführer Johannes Trottberger betonte, dass das Hörfunkangebot bezogen auf die ortsüblich empfangbaren Radioprogramme im Kabel mit DAB+ erheblich größer ist als dies bei UKW der Fall ist bzw. war.

 

Genügend Digitalradios dafür sind bereits vorhanden, wie Robert Lüneberger vom Gerätehersteller TechniSat bestätigte. Von 100 DAB+Gerätemodellen wären 40 bereits mit einem Antenneneingang ausgestattet, über den das Empfangsgerät mit der Kabelanschlussdose verbunden werden kann.

 

Damit sei dann weder ein DVB-C-Receiver noch ein Extragerät für den Radioempfang via Kabel notwendig, betonte Peter Maisel vom Technikdienstleister TMT, der die Lösung für den Feldversuch in den Netzen von Kabel Baumann entwickelt hat. Die Kosten für ein entsprechendes Modulsystem zur Zusammenstellung der Multiplexe bezifferte er auf 5-10.000 Euro.

 

Es gibt also eine Vielzahl an Endgeräten, den Wunsch der Kabelkunden nach einer einfachen Empfangslösung und die Chance für Kabelnetzbetreiber mit 5.000 bis 20.000 Wohneinheiten, ihren Kunden so etwas zu bieten. „Warum sollten wir diese Chance nicht ergreifen? Zufriedene Kunden sind dauerhafte Kunden“, begründete Stephan Engel von Kabel Baumann die Beteiligung am Feldversuch in Bayreuth.

 

Im zweiten Halbjahr 2019 soll das Produkt den Kabelkunden angeboten werden. Möglich wären laut Engel drei Multiplexe mit 75 Programmen. Auch Netzbetreiber M-net, der in Vilsbiburg bereits einen Test gestartet hat, will seinen Kunden Digitalradioempfang via Kabel ermöglichen.

 

Welche regionalen Programme eingespeist werden, entscheidet letztlich der Netzbetreiber. Doch offenbar „spielt Hörfunk im Kabel für den Endverbraucher eine wichtige Rolle“, so das Fazit von Reiner Müller. Die erfolgreichen Feldversuche in Bayern sind also ein Projekt, das auch in anderen Bundesländern Schule machen kann.

 

Quelle: Pressemitteilung BLM

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