Welchen Stellenwert besitzt Radio im Alltag von Jugendlichen? Wir haben alle Ergebnisse der JIM-Studie zusammengefasst, die für den Hörfunk relevant sind.
01. Dezember '17 | von Redaktion

Seit 1998 wird die Studienreihe JIM  (Jugend,  Information,  (Multi-) Media) vom MedienpädagogischenForschungsverbund Südwest jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen  in Deutschland ab. Für die diesjährige Studie wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2017 befragt.

Trotz des immer größer werdenden Medienangebots (Smartphones, Tablets, E-Books, usw.) liegt Radiohören weiterhin auf den top Plätzen der Medienbeschäftigung in der Freizeit Jugendlicher. Auch weil sich in der Zeit des Erwachsenwerdens der Musikgeschmack ändert und zur Identitätsbildung beiträgt, nehmen die Jugendlichen das Radio als eines der wichtigsten Medien wahr. 

Medienausstattung

Die Ausstattung der Familien mit Mediengeräten hat mittlerweile für Smartphone, Computer, Internetzugang und Fernsehgerät einen Sättigungsgrad erreicht, mit knapp 100 Prozent sind hier alle Haushalte ausreichend versorgt.

 

© mpfs
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Dass in 87% der Haushalte, in denen Jugendliche leben, mindestens ein Radiogerät vorhanden ist, dürfte wenig überraschen – erstaunlich hingegen: Mehr als jeder zweite Jugendliche verfügt über ein eigenes Radio.

Was den Gerätebesitz der Jugendlichen selbst betrifft, dominiert das Smartphone, mit 97 Prozent haben so gut wie alle Jugendlichen eines. Einen Computer oder Laptop besitztn 69 Prozent, zwei Drittel können über ein eigene Spielekonsole verfügen (67% stationär: 47%, tragbar: 45%).

 

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Medienbeschäftigung in der Freizeit

Als Basisuntersuchung zur Mediennutzung Jugendlicher liefert die JIM-Studie järhlich zentrale Kennzahlen zur Nutzungsfrequenz unterschiedlicher Medien. Bei der Betrachtung der täglichen Mediennuzung der Zwölf- bis 19-Jährigen steht das Smartphone mit 93 Prozent an erster Stelle, dicht gefolgt von Internet - (89%) und Musiknutzung (83%). Online-Videos spielen für drei bis fünf Jugendlichen im täglichen Mediengebrauch eine Rolle, 55 Prozent hören täglich Radio und 45 Prozent sind tägliche Fernsehzuschauen.

Themeninteresse und Informationsverhalten

Betrachtet man die Häufigkeit der Nutzung verschiedener Informationsquellen, so nutzen Mädchen zu einem höheren Anteil Radiomeldungen (55%, Jungen: 45%) und Fernsehnachrichten (55%, Jungen: 51%), die informieren sich eher in Gesprächen (54, Jungen: 47%) und lesen häufiger die Tageszeitung (21%, Jungen: 17%). Jungen nutzen häufiger Nachrichtenquellen aus dem Internet (44%, Mädchen: 38%) mit Ausnehme von Facebook, das für Jungen und Mädchen (je 18%) gleich relevant zur Information über das Weltgeschehen ist. 
Mit zunehmendem Alter gewinnt insbesondere das Internet als Informationsquelle an Bedeutung. Auch spielt bei den volljährigen Jugendlichen Facebook eine große Rolle. Nachrichten und Beiträge aus dem Radio sind vor allem für volljährige Jugendliche relevant, sie werden in dieser Altersgruppe als die am häufigsten genutzte Informationsquelle für das Weltgeschehen genannt.

 

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Radio, Musik, Spotify und Co.

Auch 2017 steht zur Musiknutzung bei Zwölf- bis 19-Jährigen das Radio an erster Stelle, 60 Prozent hören mindestens mehrmals pro Woche live bei Radiosendern Musik. Auf dem zweiten Platz der Musiknutzungsoptionen folgt mit 59 Prozent regelmäßiger Nutzung YouTube.
Gut jeder Zweite (52%) hört über Streaming-Dienste wie bspq. Spotify Musik. Ein gutes Drittel der Jugendlichen (37%) nutzt mindestens mehrmal pro Woche Musik auf Trägermedien wie MP3-Dateien, CDs, Kassetten oder auch Schallplatte.
Bei der täglichen Musik-Nutzung steht wieder das Radio (41%) gemeinsam mit Streaming-Dienste und YouTube relevanter geworden, während die Live-Nutzung bei Radiosendern und die Trägermedien etwas an Bedeutung verloren haben.

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Betrachtet man die Nutzung des Radios generell, so hören etwa drei Viertel der Zwölf-bis 19-Jährigen mindestens mehrmals die Woche Radio (73%), mehr als die Hälfte (55%) täglich. Lediglich einer von zehn Jugendlichen hört nie Radio. Mädchen zählen etwas häufiger als Jungen zu den regelmäßigen Hörern, die jüngsten und die volljährigen Jugendlichen schalten am ehesten regelmäßig ein.

 

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Bezogen auf die Nutzung innerhalb der letzen 14 Tage sind die Zwölf-bis 19-Jährigen "klassische" Optionen, Radio zu hören, immer noch am wichtigste. Der Großteil der Jugendlichen hört über ein Autoradio (72%) oder ein "normales" UKW-Radio (52%). Knapp ein Sechstel hört Radio über das Smartphone oder DAB+ Radio. Nur sechs Prozent hören über das Internet am PC Radio. Für fünf Prozent Prozent ist ein spezielles Internetradio von Relevanz. MP3 - Player oder Tablet - PC sind für die Radionutzung nur vereinzelt von Bedeutung.

 

 

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Bei den innerhalb von 14 Tagen genutzten Geräten tendieren Mädchen eher zur Nutzung über das Autoradio (75%, Jungen: 69%), während Jungen etwas stärker UKW-Radiogeräte (54%, Mädchen: 51%) und Radio über das Internet am PC nutzen (8%, Mädchen: 4%). Die Betrachtung im Altersverlauf zeigt für die meisten Nutzungsoptionen keine eindeutigen Zusammenhänge. Lediglich die Nutzung eines UKW-Radios wird mit steigendem Alter der Jugendlichen unwahrscheinlicher (12-13 Jahre: 58%, 18-19 Jahre: 48%)


Hier gibt es die gesamte JIM-Studie 2017 als PDF zum Download >>

 

Quelle: JIM-Studie mpfs

 

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