Öffentlicher Artikel

Media Broadcast will Platz machen im UKW-Markt – dann aber richtig

Abbau der alten, abgeschriebenen Antennen statt überteuerter Verkauf.
02. März '17 | von Henrike Dibbern

Der Sendernetzbetreiber Divicon Media fordert in seiner Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur endlich einen wirkungsvollen Schritt hin zu einer fairen Regulierung. Anlass der   Stellungnahme sind die von der Media Broadcast am 31. Januar 2017 angezeigten Entgelte für die Verbreitung von UKW-Signalen sowie der kurz darauf angekündigte Verkauf von UKW-Antennen und UKW-Sendertechnik. Dass mehr als die Hälfte der angezeigten Endnutzerentgelte offenkundig missbräuchlich sind, zeigt, dass sämtliche Entgelte intensiv zu prüfen sind. Hinzu kämen darüber hinaus mögliche, weniger offensichtliche Missstände, z.B. Preisdumping, unzulässige Bündelung von UKW und DAB+ oder Quersubventionierung durch zu hohe Vorleistungspreise. 

 

„Spätestens jetzt ist doch klar: Die vorgesehenen Vorleistungsentgelte sind einfach deutlich zu hoch angesetzt und öffnen Missbrauch Tür und Tor“, so Mike Lehmann, Geschäftsführer der Divicon Media.


„Wir haben im Konsultationsverfahren eine transparente Kalkulation vorgelegt, wonach selbst der Aufbau eines neuen Antennennetzes deutlich günstiger ist als der Betrieb des größtenteils schon abgeschriebenen Antennennetzes der Media Broadcast.“
Mit Blick auf das nun vorgesehene Verfahren der Media Broadcast zum Verkauf des technischen Equipments muss daher neben einer Regulierung der Vorleistungs- und Endnutzerpreise auch der Austausch bzw. Ersatz der Antenne reguliert werden – so wie dies in anderen europäischen Ländern auch erfolgt ist.

 

„Es kann doch nicht sein, dass die Media Broadcast wiederholt ihre Monopolstellung ausnutzen und die alten, teilweise mehrfach abgeschriebenen Antennen jetzt den Programmveranstaltern zu völlig überzogenen Preisen verkaufen kann,“ so Lehmann weiter.
„Und das Verrückteste dabei ist, dass der wirkliche Wert der einzelnen Antenne nicht in ihr selbst begründet ist, sondern in dem Standort, an dem sie hängt – und der gehört der Media Broadcast noch nicht einmal.“

 

Deshalb fordert die Divicon Media: Die alten, abgeschriebenen Antennen müssen runter, wenn ein Wettbewerber oder ein Programmveranstalter eine neue Antenne am selben Standort deutlich günstiger betreiben kann. Denn bei den Standorten – nicht bei den Antennen – handelt es sich um sogenannte „essential facilities“, die nicht einfach so mit den alten Antennen mitverkauft oder versteigert werden können.
„Diese Regelung ist schlicht notwendig und muss durch den Regulierer nach dem Vorbild anderer europäischer Märkte mit ganzer Klarheit erfolgen, sonst entstehen zusätzliche Belastungen für die Veranstalter. Außerdem müssen weitere Maßnahmen der Media Broadcast zur Verzögerung oder Störung der normalen Marktprozesse nicht nur verhindert, sondern auch geahndet werden“, fordert Lehmann.

 

Die Divicon Media steht gemeinsam mit Broadcast Partners, ihrem strategischen Partner aus ebendiesem Markt, beratend an der Seite der Sender. Derzeit betreibt die Allianz beider Unternehmen rund 500 UKW- und 150 DAB+ Sender in ganz Europa, darunter auch in 11 deutschen Bundesländern, und prüft nun die Übernahme von Antennenanlagen der Media Broadcast. Gleichzeitig betont das Unternehmen jedoch, dass es trotz vorhandener finanzieller, technischer und personeller Strukturen zur Übernahme des gesamten UKW-Netzes jeden Standort im Einzelfall prüfen wird, ob nicht ein Neubau der Antenne die günstigere, zukunftssicherere Option für die Radioveranstalter darstellt.

 

Quelle: Pressemitteilung DIVICON MEDIA

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Marketing- und Vertriebsleiterin; SAR Sachsen-Anhalt Radio Marketing
Andrea Anders