Interview

"Die Lücke zwischen Radio und Smartphone schließen"

Ein Interview mit Ulrich Bunsmann von der Radioscreen GmbH.
06. November '14 | von Katharina Bösch
Ulrich Bunsmann Foto:www.radioscreen.com

Die Radioscreen GmbH plant für Januar 2015 die Markteinführung eines neuen audio-visuellen Werbeformats.  Dieses soll klassische Radio-Werbespots zeitgleich mit einem interaktiven Bewegtbild-Angebot in den Smartphone- und Tablet-Apps beteiligter Radioprogramme verknüpfen und synchronisieren. Einer der Gesellschafter und Geschäftsführer der Radioscreen GmbH ist der langjährige Geschäftsführer des Hamburger Privatsenders Alsterradio, Ulrich Bunsmann. Mit ihm haben wir über das Vermarktungspotenzial der App und den Unterschied zu Konkurrenzprodukten gesprochen.

 

BROADCAST-FUTURE: Herr Bunsmann, was genau kann Radioscreen?

Ulrich Bunsmann: Radioscreen ist ein Tool, das Radiospots mit Bewegtbildern oder Videos auf mobilen Endgeräten verbindet. So kann beispielsweise Bannerwerbung synchron zur Ausstrahlung eines UKW-Spots mit animierten Elementen versehen werden. Damit  schließt Radioscreen die Lücke zwischen Radio und Smartphone.

 

BROADCAST-FUTURE: Derzeit gibt es ja mehrere Neuentwicklungen auf dem Markt, die diese Verknüpfung zwischen UKW-Spot und Smartphone schaffen sollen. Wie unterscheidet sich Radioscreen von diesen Konkurrenztools, beispielsweise Tonio?

Ulrich Bunsmann: Im Gegensatz zu Lösungen wie Tonio ist Radioscreen eine Whitelabel-Lösung, sie lässt sich nahtlos in jede bestehende Senderapp integrieren. Sie benötigen also keine zusätzliche App, die aktiviert werden muss.

Ausserdem setzen wir nicht darauf,  die Verbindung zwischen Radiospot und Smartphone-App über das Mikrofon des Smartphones zu schaffen, um das akustische Signal der UKW-Sendung auszuwerten.

Wir nutzen stattdessen einen Prozess, der über eine spezielle Form von Pushmitteilungen den zum Radiospot gehörenden Clip zeitsynchron auf dem Smartphone ausspielt, wenn die App des Radiosenders geöffnet ist. Was neben anderem den Vorteil hat, dass der Akku des Smartphones nicht unnötig belastet wird.

 

BROADCAST-FUTURE: In welcher Höhe können die Sender mit diesem Tools zusätzliche Umsätze erwirtschaften? Was wäre aus Ihrer Sicht ein realistisches Szenario?

Ulrich Bunsmann: Ich würde sagen: Im Moment können Sie damit kleine Zusatzumsätze erlösen. Wenn Sie bei einem Kunden ein Auftragsvolumen von 10.000 Euro haben, können Sie für den zusätzlichen Einsatz von Radioscreen und entsprechend optimierter Banner vielleicht um die 500 Euro on top umsetzen. Mehr halte ich im Moment nicht für realistisch. Perspektivisch sehe ich ein deutlich grösseres Potential, aber dafür müssen die Senderapps attraktiver werden und mehr bieten als Genrechannel und die üblichen Standardfunktionen.

 

BROADCAST-FUTURE: Sie sehen also noch Defizite bei der Radioapps der Sender.

Ulrich Bunsmann: Ja. Ich denke Radiosender sind gut beraten, sich auf den Kanal der Smartphone-Apps zu konzentrieren, anstatt sich mit einer Vielzahl von Kommunikationskanälen von Twitter bis zu Direktmailings zu verzetteln. Wenn Sie die junge Zielgruppe erreichen wollen, so dass diese eine App wirklich nutzt und lebt, dann müssen Sie sich hierauf fokussieren. Je attraktiver diese Apps werden, desto größer werden die entsprechenden Vermarktungspotenziale.

 

BROADCAST-FUTURE: Was kostet Radioscreen?

Ulrich Bunsmann: Erst einmal kostet es nichts. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass wir an den Mehrumsätzen beteiligt werden, die durch die Nutzung des Tools entstehen. Wie hoch diese Beteiligung ist, werden wir im Einzelfall mit den Sendern verhandeln. Darüber hinaus entstehen dem Sender keine zusätzlichen Kosten.

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Verkaufs- und Marketingleitung Funkhaus Coburg
Thomas Auer