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Wirklich gratis?

Von diesem Gutschein ist Radioguru Dan O'Day begeistert.
29. Juli '14 | von Julia Kempe

Wir kennen sie alle: Werbung, die nicht hält, was sie verspricht. Werden wir beispielsweise durch die Nutzung eines, auf den ersten Blick unschlagbaren, Angebots auch in Zukunft positive Assoziationen zu dem Produkt aufbauen? Wahrscheinlich eher nicht. Wir vertrauen Unternehmen — und somit auch deren Produkten — nicht, die Angebote mit einem Haken offerieren. Dies führt zwangsläufig auch dazu, dass keine nachhaltige Werbewirkung erzielt wird, die für effektive Kundenbindung so wichtig wäre.

Der amerikanische Werbe-Experte Dan O'Day greift auf seinem Blog die Problematik dieser leeren Versprechungen in der Werbung auf, mit denen auf Dauer die Konsumenten vergrault werden. In diesem Zuge berichtet er von einer Fast Food Kette, die solche Tricks nicht nötig und ihn gerade deshalb begeistert hat.

Eine ehrliche Postkarte

© Julia?n Rovagnati - Fotolia.com
© Julia?n Rovagnati - Fotolia.com

Kürzlich befand sich eine übergröße und farbig gestaltete Postkarte von der Fast Food-Kette Hook Burger in O'Days Briefkasten. Auf der Vorderseite stand dabei in einem klaren Satz "Kostenloser Prime Burger - ohne Wenn und Aber!"

Lesen wir letzteren Teil des Satzes, suchen wir automatisch nach dem Kleingedruckten. Unsere Erfahrung hat uns gelehrt, dass wir hier mit Bedingungen wie "Beim Kauf eines Drinks und Pommes", "nur in teilnehmenden Geschäften" oder "nur zwischen 14 und 16 Uhr" zu rechnen haben.

Aber überraschenderweise fand O'Day hier keine dieser Einschränkungen vor, sondern stattdessen die Worte "Kein Kauf weiterer Produkte notwendig", "Kann eingelöst werden, wann immer du hungrig bist" und "In jeder Hook Burger-Filiale erhältlich".

Zwangsläufig stellt man sich daraufhin die Fragen: Gratis, wann immer ich will? In jeder Filiale? Ich muss nichts zusätzlich kaufen, um den Burger zu bekommen?

Hook Burger nahm den Empfängern diese Zweifel. Auf der Karte befanden sich zwar kleingedruckte AGB, diese enthielten aber keinen Haken und nannten lediglich Details wie den Aktionszeitraum, die Gültigkeit der Karte für nur einen Kunden und die Tatsache, dass keine Photokopien akzeptiert werden. Diese rechtlichen Hinweise leitete Hook Burger jedoch durch die Worte "Käse inbegriffen" ein. Eine originelle Idee die Rechts-Floskeln zusätzlich für eine positive Werbewirkung zu nutzen! Zudem war dort die dem Empfänger nächstliegende Filiale mit Adresse und einem Straßenkarten-Ausschnitt vermerkt.

Das Ziel von Hook Burger

Die Kampagne zielt tatsächlich einzig und allein zunächst darauf ab, dass die Menschen in der Filiale den kostenlosen Burger essen und dabei "auf den Geschmack kommen" die Fast Food-Kette öfter zu besuchen. Zudem weiß man erfahrungsgemäß, dass beim Einlösen des Angebots in der Regel sowieso ein Getränk und Pommes Frites dazubestellt werden.

Hook Burger negiert das kostenlose Angebot nicht durch irgendwelche Einschränkungen. Das Unternehmen hat ein einfaches Ziel: Die Menschen dazu zu bekommen, einen Burger zu probieren.

Dan O'Day weiß zwar — eigenen Angaben zufolge — noch immer nicht, wie gut das Essen der Fast Food-Kette tatsächlich ist, allerdings ist er beeindruckt von so viel feinfühliger Marketing-Kompetenz.

Sein Rat: Als Mediaberater sollten Sie Ihren Kunden davon abhalten, dass er Werbung bei Ihnen schaltet, die ein kostenloses, ansprechendes Angebot offeriert, welches in Wirklichkeit keines ist.

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