Öffentlicher Artikel

"Zukunft der Medienbranche liegt in strategischen Allianzen"

Wettbewerber begegnen digitalem Wandel zunehmend mit Kollaboration.
16. Juli '17 | von Henrike Dibbern

Umdenken, Brücken schlagen, Innovationen gemeinsam entwickeln und nutzen, strategische Allianzen und Konzentration auf das tatsächlich Machbare. Diese Erfolgsrezepte für die potentielle Bewältigung des rasant verlaufenden digitalen Wandels in der deutschen Medienbranche standen im Fokus des 2. Innovationskongresses Change Media Tasting in Stuttgart.

 

Fast 250 Fachbesucher aus dem gesamten Bundesgebiet diskutierten über die Nutzung der Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung.

Neue Diskussionsformate, Zeitbegrenzungen auf zwölf Minuten und ein generationsübergreifender Mix aus erfahrenen Medienschaffenden und „jungen Wilden“, Influencern der YouTube-Generation und Vertreter innovativer Start-ups sorgten für ein spannungsgeladenes und kreatives Umfeld. Frische Akzente setzten auch die beiden Moderatorinnen Alina Schröder und Svenja Heber.

Marktplatz der Ideen

„Der noch junge Innovationskongress Change Media Tasting hat die hohen Erwartungen nach dem vielversprechenden Start im Vorjahr hinsichtlich der hochkarätigen Referenten und Themen mehr als erfüllt. Wir entwickeln uns zum zentralen Marktplatz der Ideen und Player für den digitalen Wandel in der deutschen Medienbranche“, sieht Veranstalter Frank Apfel die von Unitymedia und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) geförderte Veranstaltung auf dem Erfolgsweg. 

Beherrschendes Thema: Kollaboration

Die branchenübergreifende Kollaboration entwickelt sich zum Erfolgsfaktor und Muss in der Medienbranche. Das war der fast einhellige Tenor der Fachbesucher. Dabei bedeutet Kollaboration neben der Professionalisierung auch den festen Willen zur Zusammenarbeit zu haben, je nach Situation auf Herrschaftswissen zu verzichten und Knowhow zu teilen.

Zudem seien gemeinsame Projekte ohne aktive Mitnahme der beteiligten Mitarbeiter zum Scheitern verurteilt. „Letztlich befinden wir uns in einem Wechselspiel. Jeder kann mitmachen. Aber letztlich ist eine professionelle Produktion gefragt, die jeden mitnimmt und alle Beteiligten eint“, beschrieb Wolf Osthaus von Unitymedia die wichtigsten Voraussetzungen.

 

Wie Collaboration mit Leben gefüllt wird, zeigten der Privatsender RTL2 und der Pay-Sender FOX am Beispiel der erfolgreichen gemeinsamen Kampagne für die neue Staffel der Serie „The Walking Dead“: Marketing-Chef Carlos Zamorano von RTL2 präsentierte, wie YouTube-Influencer und Facebook-Nutzer durch ein Live-Game intelligent auf den Staffelstart hin emotionalisiert werden konnten. Die Kampagne, die alle Kanäle von linear TV bis hin zu den sozialen Medien nutzte, heimste viele internationale Preise ein. 

Zusammenarbeit schreiben auch Matthias Hahn, Director Commercial Distribution bei SKY und Dr. Jens Weissenfels, Senior Manager Content bei der Deutschen Telekom, bei StreamOn groß. Der Dienst, der gerade im Fokus der Bundesnetzagentur ist ermöglicht es, Video- und MusikStreams ohne Anrechnung des Datenverbrauchs zu nutzen. Neben SKY kooperiert die Telekom dabei mit vielen anderen Anbietern von Streaming-Diensten jeder Größe bis hin zu kleinen Radiosendern.

 

Kollaboration bedeutet auch Lernen voneinander. Dies erläuterte Anna Pust-Petters, Referentin der Programmgeschäftsführung von funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF anhand von Beispielen aus den Nutzungsszenarien der Generation Z.

Kollaboration auch mit Influencern, was ist deren Erfolgsgen? Für Social Media Experte Bertram Gugel steht fest, dass es Authentizität bei den YouTube-Stars nicht mehr gibt. Ihr Erfolg beruht auf der Rolle, die spielen und konsequent und professionell vermarkten.

Traditionsverlag auf allen Kanälen

Welche Auswirkungen eine disruptive Welt auf ein Traditionsunternehmen hat und wie dieses den Wandel erfolgreich gestaltet hat, zeigte eindrucksvoll in einem vielbeachteten Beitrag Gerrit Klein, CEO des Ebner Verlags.

Der hochspezialisierte Verlag hat die Verschwendung wertvoller journalistischer Ressourcen durch Konzentration auf die seine heterogenen Zielgruppen wirklich interessierenden Themen und konsequentes Bespielen der Print- und aller Onlinekanäle bis hin zu den sozialen Medien deutlich reduziert.

Organisationsentwicklung für den Change

Wie durch einen veränderten Workflow Innovation in den Medienhäusern gestaltet werden kann, stand nicht nur bei Gerrit Klein im Mittelpunkt, sondern auch bei Change-Experten Prof. Harald Eichsteller von der Hochschule der Medien.

Wie ein roter Faden zog sich die Organisationentwicklung durch den Kongress. Prof. Dr. Fritz Schubert, Direktor des gleichnamigen Instituts für Persönlichkeitsentwicklung setzt bei den Führungsstrategien an, die für mehr Wohlbefinden bei den Mitarbeitern und damit auch für neuen Drive im Unternehmen sorgen.

„Man muss den Mitarbeitern Freiräume für Kreativität geben“, so Stephan Zech, Verlagsleiter für Programmzeitschriften der FUNKE Mediengruppe. Wie setzt man Prozesse in erfolgreiche Innovationen um und welche wichtige Rolle spielt die Unternehmenskultur dabei? Im Face2Face Interview stellten sich Zech und Michael Jaschke, Geschäftsführer von Pro7Sat.1 Digital den Fragen von Alina Schröder, Programmchefin der SWR-Jugendwelle DASDING. Jaschke verantwortet auch die neue Plattform glomex, die Publisher und Content-Produzenten zusammenbringt.

Künstliche Intelligenz zwingt zum Nachdenken

Dr. Angela Frank, stellvertretende Präsidentin der LFK, plädierte in der Schlussrunde dafür, den Menschen mitzunehmen und diesen die Angst vor dem Wandel zu nehmen. Dabei gilt es, vorab sehr wichtige Fragen zu beantworten: „Was bedeutet es, wenn Medienunternehmen den Wandel umsetzen? Was bedeutet Innovation für die Menschen? Führt der Roboterjournalismus zu einer Konzentration auf den investigativen Journalismus? Zwingt Künstliche Intelligenz uns noch mehr zum Nachdenken?“

 

Veränderung ist ein zentrales Element auch der Change Media Tasting: Gestartet vor 10 Jahren als reiner Bewegtbildkongress mit dem Schwerpunkt digitales Fernsehen, hat sie sich immer wieder neu erfunden und den Blick über Mediengrenzen hinweg geschärft. Neben TV-Zukunftsthemen findet sich seit langem auch die Entwicklung vom Radio oder der Verlage im Programm wieder. Mit Erfolg. Vom Geheimtipp hat sich der Innovationskongress aus dem Südwesten zum festen Termin in den Kalendern der Branche gemausert. Seit 2016 heißt die TV Komm. nun Media Tasting und findet unter dem Motto Change in Stuttgart statt. Mehr aktuelle Informationen zur Change Media Tasting by TV Komm. gibt es unter www.mediatasting.com.

 

Quelle: Pressemitteilung LFK

Diesen Artikel bewerten:
Ihre Bewertung wird bearbeitet...
Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet. Seien Sie der/die Erste!
Wählen Sie eine Anzahl an Bewertungssternen, die Sie diesem Artikel verleihen möchten.
Weitere Artikel zum Thema:
09.03.2017
Kein Bild verfügbar
14.08.2016
Kein Bild verfügbar

Landesmedienanstalten vergeben Rundfunkpreis Mitteldeutschland in Erfurt. mehr »

13.11.2014
Kein Bild verfügbar

SpotCom vermarktet Online-Audioangebote von ANTENNE BAYERN und ROCK ANTENNE mehr »

Jetzt kostenlos und unverbindlich testen

Registrierung
"Als Branchenkenner mit einer hohen Fachkompetenz ist die von Herrn Fürmetz erbrachte Beratungsleistung stets auf einem hohen Niveau. Das professionelle Herangehen hat unsere Prozesse deutlich beschleunigt, und die von ihm entwickelten Maßnahmen lassen sich gut in bestehende Abläufe implementieren. Wir werden die Zusammenarbeit weiter ausbauen."    
Vertriebsleiter Regional RadioCom
Ingo Born